Pilzinfektion: Maßnahmen

Die erfolgversprechende Entfernung von Hautpilz ist in der Regel einfach. Betroffene Hautpartien regelmäßig mit einem geeigneten Desinfektionsmittel bzw. Antimykotikum einsprühen oder eincremen, trocken halten und lange genug durchhalten. Denn der Erfolg stellt sich nicht schon nach wenigen Behandlungszyklen ein. Auch wenn es juckt: auf keinen Fall kratzen, denn dadurch wird die Haut zusätzlich verletzt und der Pilz nistet sich noch tiefer in der Haut ein.

Nicht so einfach ist die Behandlung einer Nagelpilzinfektion. Hier muss erst einmal der befallene, abgestorbene Bereich des Nagels gründlich entfernt werden. Dies geschieht durch Abschneiden und Abfeilen. Allerdings darf der Bereich nicht schmerzen oder bluten. Der Sinn der Maßnahme liegt darin, dass das täglich (mehrfach) aufzubringende Antimykotikum tief in die befallenen Bereiche eindringen kann.
Dazu eignen sich eher Flüssigkeiten. Cremes allein sind hier nicht zu bevorzugen. In einigen, wenigen Fällen können auch spezielle Nagellacke, welche die infizierten Stellen vollkommen einschließen, zum Erfolg führen.
Eine innerliche Behandlung kann mit Tabletten vorgenommen werden. Wirkstoffe wie Terbinafin, Itraconazol, Fluconazol oder Griseofulvin versprechen eine Heilungschance von rund 80%, wobei eine begleitende äußerliche Behandlung empfehlenswert ist. Nachteil: die möglichen Nebenwirkungen der innerlichen Anwendung sind u.U. problematisch für Leber und Nieren. Während der Einnahme sollten Blutbild und Leberwerte regelmäßig überprüft werden.

Angesichts der zu erwartenden Nebenwirkungen sollten jedoch zuvor alle Möglichkeiten einer verträglichen, äußerlichen Behandlung in Erwägung gezogen werden. Hierzu muss der Patient allerdings sehr viel Geduld aufbringen, denn je nach Stärke des Befalls kann eine Ausheilung erst nach ein bis zwei Jahren erwartet werden, vorausgesetzt, das richtige Mittel kommt zum Einsatz.

Mittel gegen Pilze

Wo liegt die Problematik bei einer eigentlich harmlosen Pilzinfektion? Aus purer Verzweifelung versuchen sich immer mehr Menschen in der Anwendung von Hausmitteln wie hochprozentigem Alkohol, reinen ätherischen Ölen oder sogar Essigessenz (ca. 25%ig). Auch wenn hiermit möglicherweise mittelfristig eine Erleichterung herbeizuführen ist, eine völlige Entfernung des Pilzes ist mit solchen Methoden in den meisten Fällen absolut ausgeschlossen. Und hochkonzentrierte ätherische Öle können fürchterliche Nebenreaktionen wie Allergien hervorrufen, Essigessenz ist bereits schon eine relativ starke Säure – zu stark für die Haut.

Der Grund für das Versagen liegt im wesentlichen in der Bildung von Pilzsporen, einer hochresistenten Überlebensform. Sie igeln sich lange ein, ohne abgetötet zu werden. Wenn die äußeren Lebensbedingungen sich wieder zu bessern scheinen, dann werden sie wieder aktiv und bilden neue Fadenpilze aus. Das Ganze geht von vorne los.

Die meisten Produkte gegen Nagelpilz und auch Desinfektionsmittel auf Basis von reinem Alkohol töten diese Sporen nicht ab (keine sporozide Wirkung) und sind somit langfristig nicht sehr wirksam.

siehe auch Pilzinfektion: Maßnahmen

siehe auch Pilzinfektion: Problemlöser