Nagelpilz – Teebaumöl

Teebaumöl ist ein ätherisches Öl. Es handelt sich um eine flüssige, wasserunlösliche ölige Substanz, die durch Wasserdampfdestillation aus den Blättern und Zweigen des in Australien heimischen Australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia, Australisches Teebaumöl) oder von anderen Arten der Myrtengewächse gewonnen werden kann. Teebaumöl hat eine starke antimikrobielle Wirkung. Teebaumöl wird allerdings als Risikosubstanz für das Auftreten von Kontakt-Dermatitiden gewertet. Unverdünntes Teebaumöl ist daher als gesundheitsschädliche Substanz eingestuft.

 

Teebaumöl ist ein Gemisch aus ca. 100 verschiedenen Substanzen wie z.B. Terpinen-4-ol (ca. 40 %), α-Terpinen (ca. 20 %), Terpinolen, Terpineol (jeweils 3 bis 4 %), Pinen, Myrcen, Phellandren, p-Cymen, Limonen, 1,8-Cineol. Teebaumöl findet aufgrund seiner antiseptischen, antibakteriellen und fungiziden Wirkung in reiner Form Verwendung in der Alternativmedizin. Bei Pilz- und Bakterienbefall der Haut werden meistens Zubereitungen mit 5 bis 10 % Teebaumöl verwendet. Das „Scientific Committee on Consumer Products“ (SCCP) der EU empfahl bereits im Jahre 2008 eine Begrenzung der Konzentration von Teebaumöl auf 1 % im Endprodukt. Eine heilende AntiPilz-Wirkung von Teebaumölen, insbesondere bei Nagelpilz, ist jedoch durch keine Studie belegt.

Teebaumöl ist auch kein zugelassenes Arzneimittel und wird nicht auf Nebenwirkungen und Risiken bei Anwendung auf der Haut überprüft. Aus dermatologischer Sicht ist stets Vorsicht gegenüber ätherischen Ölen angebracht, weil hierdurch allergische Reaktionen hervorgerufen und Kontaktekzeme ausgelöst werden können. Insbesondere die Anwendung als nur schwach verdünnte oder konzentrierte Lösung kann starke Hautreaktionen hervorrufen. Das Allergierisiko ist besonders hoch, wenn das Produkt nicht lichtgeschützt bzw. zu lange gelagert wurde.

Fazit:

Es sollte von einer Nagelpilzbehandlung mit Teebaumöl abgeraten werden, da die Gefahr möglicher Nebenwirkungen hoch und die fungizide Wirkung bei Haut- und Nagelpilz nicht durch wissenschaftliche Studien belegt ist. 

 

siehe auch Pilzinfektion: Maßnahmen

siehe auch Pilzinfektion: Problemlöser